Gymnasium der Stadt Baesweiler

Fächer: Französisch

 
Französisch bald Pflicht ab Klasse sechs

France Mobil beweist, dass Lernen Spaß macht.

Baesweiler. Céline, eine quirlige 24-jährige Französin, fährt mit ihrem Renault Kangoo vom Institut Français in Düsseldorf zum Gymnasium Baesweiler. Die Ladefläche des Wagens ist voll bestückt mit Materialien, die bei Schülerinnen und Schülern heiß begehrt sind: Bücher, Kinder- und Jugendzeitschriften, spannende Videos, CDs – alles in französischer Sprache. Célines Kangoo ist eines von zwölf Autos, die seit August 2002 durch ganz Deutschland fahren und Schulen besuchen. Alle Referentinnen und Referenten, die eines der schmucken Autos steuern, sind waschechte Franzosen, die eine besondere Liebe zu Deutschland hegen und das Land schon lange und gut kennen. Céline hat an einer französischen Universität neben Deutsch auch noch Englisch und Italienisch studiert und wohnt seit zwei Jahren in Düsseldorf.


Interessant: Julia, Saskia, Moritz und Französischlehrein Ute Keßelheim waren vom Besuch des France Mobils mit Céline (2.v.l.) am Gymnasium Baesweiler begeistert.(Foto: Margret Nußbaum)

„France Mobil“ heißen die Fahrzeuge, deren Fahrerinnen und Fahrer auf Initiative der Französischen Botschaft und der Robert-Bosch-Stiftung auf den Weg geschickt werden. „ Als ich von dieser Initiative erfuhr, habe ich unsere Schule sofort angemeldet“, erzählt Ute Kesselheim, die am Baesweiler Gymnasium Französisch und Englisch unterrichtet. Mittlerweile sitzen die Mädchen und Jungen der Klasse 7 gespannt auf ihren Stühlen im Kreis. „Je m’appelle Céline, j’ai 24 ans », stellt sich die Referentin vor. Und dann sind die Schülerinnen und Schüler an der Reihe. Obwohl sie erst seit einigen Wochen Französischunterricht erhalten, verstehen sie Céline schon nach kurzer Zeit sehr gut. Sie gestikuliert wie in einem Charly-Chaplin-Film, hat alle Facetten ausdrucksstarker Mimik drauf und versteht es, die Mädchen und Jungen in ihren Bann zu ziehen. Es ist umwerfend, wie gut sie sich schon in Französisch verständigen können.
Da staunt auch Ute Kesselheim, der es sehr am Herzen liegt, ihren Schülern die französische Sprache schmackhaft zu machen. „Hier werden wir Schwerpunkte setzen müssen, denn ab kommenden Jahr wird bei uns als zweite Fremdsprache nur noch Französisch angeboten, und das verpflichtend ab der sechsten Klasse“, sagt sie. Die Liebe junger Leute zu einer Fremdsprache könne über die Themen geweckt werden, für die sie sich brennend interessieren, meint die Lehrerin. Wie sich die Mädchen und Jungen fürs Französische begeistern lassen, zeigt der Französischunterricht mit Céline. Sie unterhält sich mit ihnen über ihre Rock- und Popidole. Warum viele von ihnen in der französischen Sprache singen? „In 53 Staaten ist die Amtssprache Französisch, und 180 Millionen Menschen sprechen meine Muttersprache“, verrät Céline. Als die Baesweiler Jugendlichen erfahren, dass 500 Millionen Menschen auf der Welt Französisch als Fremdsprache lernen, staunen sie nicht schlecht. Immerhin hat das Baesweiler Gymnasium daran einen Anteil von 500. Das macht knapp die Hälfte aller Schüler dort aus. „Durch Aktionen wie das France Mobil werden wir das Interesse bestimmt noch einmal ankurbeln können“, wünscht sich Ute Kesselheim. Dass ihre Hoffnungen erfüllt werden, ist wahrscheinlich. Denn in Frankreich werden umgekehrt mit dem Deutsch-Mobil gute Erfahrungen gemacht. An den Schulen, bei denen es gehalten hatte, stiegen die Anmeldungen für Deutsch als erste Fremdsprache um durchschnittlich 25 Prozent.
(Margret Nussbaum, Aachener Zeitung, 21.11.05)

 
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